Aldenhoven bei Jülich an einem wunderbaren Sommertag: Hier steigt heute ein Trucker*innen-Treffen der besonderen Art – ohne Diesel in der Luft und ohne lautes Tuckern. Denn die E-LKW, die hier heute im Einsatz sind, starten abgasfrei und nur mit einem dezenten „Whoosh“.

Für die Trucker*innen hinterm Steuer ist der geringere Lärm eine echte Entlastung an einem langen Arbeitstag auf der Straße. Und nicht nur das: Ein durchzugsstarker Elektromotor bereitet auch erheblich mehr Spaß als die eher behäbigen Diesel- oder Benzin-Trucks.

Schön! Mehr Spaß also für die Menschen hinterm Lenkrad. Aber das kann ja nicht der einzige Grund sein, weshalb jetzt die ganze LKW-Flotte auf elektrische Antriebe umgestellt werden soll, oder? Klar ist: Der Transportsektor steht vor einer großen Veränderung. Denn wie alle Wirtschaftszweige wird auch dieser bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral sein. Das geht leider nicht mit Diesel- oder Benzin-LKW, sondern nur mit LKW, die batterieelektrisch oder auch mit Wasserstoff fahren. Dieser „Antriebswechsel“ ist ein ganz schön dickes Brett, denn die Logistik-Branche ist groß.

Logistikbranche NRW in Zahlen

Ein wichtiger Wirtschaftszweig also für Nordrhein-Westfalen, mit Umsatz und Jobs, die unser Land auch in Zukunft dringend braucht! Deshalb gilt es, schon heute die Technologien der Zukunft auszuprobieren und dann nach und nach einzusetzen. Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat dafür klare Ziele ins Auge gefasst:

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Damit das auch klappt, braucht die Branche Unterstützung – die gibt es zum Beispiel vom Bund, der gerade dafür sorgt, dass ein Schnellladenetz für E-LKW aufgebaut wird. Dann braucht es die Hersteller, die Fahrzeuge entwickeln, die erschwinglich sind und auch auf der Langstrecke fahren können. Und auch das Land Nordrhein-Westfalen setzt sich kräftig dafür ein, dass E-LKW und LKW mit Wasserstoffantrieb schnell auf die Straße kommen – etwa mit Trucker*innen-Events wie in Aldenhoven, einer E-LKW-Infokampagne und Förderungen.

Push für die E-Mobilität in der Logistik:

Mit einem im Herbst 2024 gestarteten Förderaufruf unterstützte das Land Nordrhein-Westfalen die Anschaffung von 227 neuen E-LKW, die im Laufe des Jahres 2025 zum Einsatz kommen werden. Damit wird sich die Anzahl der schweren E-LKW über 12 Tonnen in Nordrhein-Westfalen mehr als verdreifachen.

Aber auch ganz ohne Förderung können E-LKW unter bestimmten Voraussetzungen schon bald günstiger sein als Trucks mit Verbrennungsmotor – etwa, wenn die LKW mit Strom aus einer eigenen Solaranlage auf dem Betriebshof oder an anderen Orten günstig geladen werden können. Zudem sind E-LKW bis Ende 2025 vollständig von der Maut befreit, danach gilt ein reduzierter Mautsatz. Rechenbeispiel: Bei einer Fahrleistung von 100.000 Kilometer pro Jahr, können die Logistikunternehmen innerhalb von fünf Jahren bis zu 160.000 Euro an Mautkosten einsparen.

Elektrisch durchstarten kann sich also jetzt schon lohnen. Damit der Einstieg ins Thema gelingt, gibt es hier die wichtigen Links zum Ein- und Weiterlesen:

E-LKW-Strategie des Landes: Das Handlungskonzept
Step-by-Step zum E-LKW-Fuhrpark: Paxisleitfaden Emissionsfreie Flotten
Info-Offensive zum Umstieg: Die E-LKW-Kampagne
Übersicht zu E-LKW-Modellen: Die Fahrzeugdatenbank