Die Ampel springt von Grün auf Gelb und Thorsten tritt kräftig in die Pedale. „Jetzt schnell über die Kreuzung, sonst komme ich womöglich zu spät zum Vorstellungsgespräch.“ Mit einem Sprint schafft er es auf die andere Straßenseite und ballt die Faust. Jetzt wird alles gut, denkt er. Da knirscht es unter dem Vorderrad. Auf dem holprigen Radweg liegen braune Scherben. „Mist, hoffentlich hält die Luft noch zehn Minuten“, denkt er. Dann klappt es vielleicht noch!

Bikefahren ist beliebt. Zur Arbeit, in die Schule, zum Sport, ins Grüne: Fast jeder Zweite (41 Prozent) radelt täglich oder mehrmals die Woche. Mit Pedalpower an Schlangen vorbei düsen und schneller sein als mit Auto oder Öffis: What a feeling!

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City Challenge: Fahrrad vs. Auto l © MWIKE

Gut gelaunt ankommen. Dabei hilft neben Training auch neue Technik. Auch da, wo man sie nicht erwartet. Zum Beispiel beim guten alten Fahrradschlauch. Der muss heute nicht mehr schwarz und aus schwerem Gummi sein, sondern kann auch durchsichtig und leicht sein. Und gefaltet in die Hosentasche passen.

In die – äh – Hosentasche?

„Exakt“, sagt Jens vom Reifenhersteller Schwalbe aus dem oberbergischen Reichshof in NRW. Dort werden die Hi-Tech-Teile massenhaft hergestellt. „Sie sind 40 Prozent leichter und rollen besser“, beteuert der CSR-Manager. Und halten dreimal so viel Druck von spitzen Gegenständen aus wie der traditionelle Schlauch. Das zeigt ein Pikstest im Labor. Deshalb gibt es weniger Reifenpannen.

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Ein Schlauch für leichtes Gepäck l © MWIKE

Die neuen Schläuche sind 40 Prozent leichter, widerstandsfähiger gegen Scherben und rollen besser.

Jens l CSR-Manager

Ja, und Nachhaltig sind die sogenannten Aerothan-Schläuche auch: Sie werden zu gut 90 Prozent aus zirkulären Materialien hergestellt – und zwar komplett in Deutschland. Mehr als 18 Millionen verschlissene Schläuche – allerdings die klassischen schwarzen aus Butylkautschuk – wurden in den vergangenen zehn Jahren bereits recycelt. Hinzu kommen zwei Millionen Altreifen. Beteiligte Fahrrad-Händler sammeln das alte Material ein.

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Reifen-Recycling: so geht‘s l © MWIKE

Und wie geht es Thorsten? Er hat richtig Tempo gemacht, um das Vorstellungsgespräch nicht zu verpassen. Und die Luft hat gehalten. Mit rotem Kopf geht er die Treppe hoch, das Hemd ist zerknautscht. Er ballt die Faust und denkt: „Scherben bringen Glück. Jetzt bin ich hellwach. Was soll da noch schiefgehen?“
Und falls es doch mal schiefgeht: So schwer ist Fahrradschlauch flicken auch nicht. Hier kommt die Turbo-Anleitung:

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Tipps fürs flinke Reifenflicken l © MWIKE