An einem Donnerstagnachmittag irgendwo zwischen Mathe-Stress, Hausaufgaben und ersten Wochenendplänen: Während andere nach Hause gehen, fangen wir erst an. „Wir“ – 18 Schüler*innen der 12. Klasse am Düsseldorfer Max-Planck-Gymnasium – treffen uns jede Woche, um aus Müll Geld zu machen. Klingt crazy? Ist es auch ein bisschen.

Alles fing mit einer simplen Frage im Café um die Ecke an: Warum wird Kaffeesatz einfach weggeschmissen? Spoiler: Ergibt keinen Sinn. Daraus ist unsere eigene Schülerfirma ReBrew entstanden. Aber der Reihe nach.

Step 1: Die Idee

Kaffee trinken wir (fast) alle. Viel sogar. In Deutschland im Schnitt 161 Liter pro Person im Jahr. Was übrig bleibt? Tonnenweise Kaffeesatz. Um genau zu sein 74 Tonnen – jeden Tag! Wir dachten uns: Das hat Potenzial! Also haben wir angefangen zu experimentieren. Erst ein bisschen planlos, dann immer gezielter. Heute halten wir unsere eigene Kaffeeseife in der Hand. Selbst gemacht. Plastikfrei. Und ehrlich gesagt: ziemlich nice.

Grafik_Kaffee & Seife

Step 2: Schule, aber anders

Ja, das Ganze ist ein Schulprojekt. Aber fühlt sich null danach an. Conrad besorgt den Kaffeesatz, Philipp kümmert sich um den Online-Shop, Maria macht das Marketing, Rieke ist für das Personal verantwortlich und Henry checkt als Geschäftsführer, dass alles läuft. Vom Herstellen der Kaffeeseife bis zum Verpackungs-Design und Verkauf liegt alles bei uns. Businessplan, Produktion, Finanzen. Kein „so tun als ob“ – sondern echtes Unternehmertum!

Step 3: Trial & Error – und plötzlich klappt’s

Ganz ehrlich: Am Anfang lief nicht alles glatt. Mal war die Seife zu weich. Mal zu krümelig. Mal sah sie einfach… komisch aus! Und einmal ist uns das ganze sogar um die Ohren geflogen (T-Shirts RIP). Aber durch ausprobieren, besser machen und wieder und wieder starten sind wir am Ende ans Ziel gekommen.

Heute wissen wir genau, was wir tun: Natronlauge anrühren (Vorsicht ätzend!), mit Kaffeesatz, Kokosfett, Kakaopulver und ätherischen Ölen mischen, kochen, in Formen gießen – und dann zwei Wochen warten, bis die Seife fertig ist. Und wenn wir sie dann aus der Form holen ist das jedes Mal ein kleines Erfolgserlebnis.

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Es ist schon wild zu sehen, dass aus unserer Idee im Klassenzimmer ein echtes Produkt geworden ist, das Leute kaufen!

Maria l Marketing

Step 4: Mehr als nur Seife

Klar, wir verkaufen Seife. Über unseren Online-Shop, auf Märkten und Schulfesten. Für 4,74 Euro übrigens – kleine Hommage an unsere Postleitzahl 40474. Und die Nachfrage ist mittlerweile größer als unser Vorrat.

Aber eigentlich geht’s um mehr: zu checken, dass man Dinge verändern kann. Jetzt schon. Wir haben gelernt, wie man ein Unternehmen aufbaut, Entscheidungen trifft, Verantwortung übernimmt – und dass Nachhaltigkeit nicht kompliziert sein muss. Und jetzt liegt unsere Kaffeeseife in echten Badezimmern. Das ist schon richtig cool!

Ich kann mir jetzt safe vorstellen nach der Schule mein eigenes Start up zu gründen – vielleicht ein Mode-Label oder so!

Conrad l Produktion

Klar kostet das Zeit. Freistunden, Wochenenden und Nerven. Und ja, manchmal gibt’s auch Stress in unserer Projektgruppe – aber am Ende bleibt: Spaß und das tolle Gefühl, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Und cooler als ne trockene Facharbeit schreiben (das wäre die Alternative gewesen) ist unsere Schülerfirma allemal!

Gründen unter 18 Jahren?
Geht klar!

In NRW gibt’s viel Unterstützung, Beratung und Netzwerke mit denen du schon in der Schule dein eigenes Business starten kannst.